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Zecken beim Hund entfernen – richtig und sicher

✍️ Marco Lanzinger 📅 10. April 2026 ⏱️ 6 Min. Lesezeit

Zecken sind für Hunde nicht nur unangenehm – sie können gefährliche Krankheiten übertragen. Wer seinen Hund regelmäßig ins Freie lässt, wird früher oder später mit dem Thema Zecken konfrontiert. Umso wichtiger ist es, zu wissen, wie man eine Zecke richtig entfernt, was man danach beachten sollte und wie man seinen Hund effektiv schützt.


Warum sind Zecken gefährlich?

Zecken sind Blutsauger, die sich in Gras, Büschen und Unterholz aufhalten und auf vorbeikommende Tiere – und Menschen – warten. In Deutschland sind vor allem zwei Zeckenarten relevant:

  • Gemeiner Holzbock (Ixodes ricinus) – die häufigste Zeckenart in Mitteleuropa
  • Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) – vor allem in bestimmten Regionen verbreitet

Zecken können folgende Krankheiten auf Hunde übertragen:

  • Borreliose – bakterielle Infektion, die Gelenke, Nieren und das Nervensystem befallen kann
  • Anaplasmose – Infektion der weißen Blutkörperchen
  • Babesiose – auch „Hundemalaria“ genannt, zerstört rote Blutkörperchen und kann lebensbedrohlich sein
  • FSME – beim Hund selten, aber möglich

Je schneller eine Zecke entfernt wird, desto geringer ist das Übertragungsrisiko. Bei Borreliose beispielsweise beginnt die Übertragung der Bakterien frühestens nach 12–24 Stunden – schnelles Handeln ist also entscheidend.


Wann und wo verstecken sich Zecken beim Hund?

Zecken sind von Frühjahr bis Herbst aktiv – bei milden Temperaturen sogar ganzjährig. Besonders häufig findet man sie an folgenden Körperstellen des Hundes:

  • Zwischen den Zehen
  • In den Achselhöhlen
  • Rund um die Ohren und im Gehörgang
  • Am Hals und unter dem Halsband
  • An der Innenseite der Schenkel
  • Rund um den Schwanzansatz
  • Am Bauch

Nach jedem Spaziergang im Freien – besonders in Wäldern, Wiesen und Gebüsch – sollte der Hund gründlich abgesucht werden.


Das richtige Werkzeug zur Zeckenentfernung

Für die Zeckenentfernung gibt es verschiedene bewährte Hilfsmittel:

Zeckenzange: Eine feine Zange, die die Zecke nah an der Haut fasst, ohne sie zu quetschen. Besonders geeignet für größere Zecken.

Zeckenhaken (Zeckenkarte): Ein kleiner Haken, der unter die Zecke geschoben und dann gedreht wird. Sehr schonend und besonders für kleine Zecken geeignet.

Zeckenpinzette: Ähnlich der Zeckenzange, aber mit feinerer Spitze. Gut für Zecken an schwer zugänglichen Stellen.

Alle diese Werkzeuge sind günstig in Apotheken, Tierhandlungen oder online erhältlich und sollten in keinem Haushaltsnotfallset fehlen.


Schritt-für-Schritt: Zecke richtig entfernen

Schritt 1: Zecke lokalisieren Taste den Hund gründlich ab, besonders an den oben genannten Körperstellen. Bei langhaarigen Hunden das Fell auseinanderschieben, um die Haut gut zu sehen.

Schritt 2: Werkzeug bereitlegen Halte Zeckenzange oder Zeckenhaken, Desinfektionsmittel und ein kleines Gefäß (für die Zecke) bereit.

Schritt 3: Hund ruhig halten Lass den Hund von einer zweiten Person halten oder lege ihn bequem hin. Je ruhiger der Hund, desto sicherer die Entfernung.

Schritt 4: Zecke greifen Setze die Zange oder den Haken so nah wie möglich an der Haut an – direkt am Kopf der Zecke. Nicht am Körper ansetzen, da sonst Körperflüssigkeit in die Wunde gedrückt werden kann.

Schritt 5: Zecke herausziehen Ziehe die Zecke langsam und gleichmäßig senkrecht heraus – ohne zu drehen oder zu reißen. Beim Zeckenhaken kann eine leichte Drehbewegung hilfreich sein.

Schritt 6: Vollständigkeit prüfen Kontrolliere, ob der Kopf der Zecke noch in der Haut steckt. Ein verbliebener Kopf kann sich entzünden, ist aber in der Regel nicht gefährlich – der Körper stößt ihn meist von selbst ab.

Schritt 7: Wunde desinfizieren Reinige die Einstichstelle mit einem geeigneten Desinfektionsmittel. Beobachte die Stelle in den folgenden Tagen auf Rötungen oder Schwellungen.

Schritt 8: Zecke entsorgen Quetsche die Zecke nicht mit den Fingern – das kann Krankheitserreger übertragen. Am sichersten ist es, die Zecke in einem Behälter mit Alkohol zu töten oder fest in Klebeband einzuwickeln und zu entsorgen.


Was man bei der Zeckenentfernung NICHT tun sollte

Folgende Methoden sind gefährlich und sollten unbedingt vermieden werden:

  • Zecke mit Öl, Kleber oder Nagellack betäuben – die Zecke erbricht dabei ihren Mageninhalt in die Wunde und erhöht das Infektionsrisiko drastisch
  • Zecke mit bloßen Fingern herausziehen – Infektionsgefahr für den Menschen
  • Zecke drehen oder reißen – der Kopf kann abreißen und in der Haut verbleiben
  • Zecke zerquetschen – Krankheitserreger können freigesetzt werden

Nach der Zeckenentfernung: Was beachten?

Beobachte deinen Hund in den folgenden Wochen sorgfältig auf folgende Anzeichen, die auf eine Zeckenerkrankung hindeuten können:

  • Fieber oder Abgeschlagenheit
  • Appetitlosigkeit
  • Lahmheit oder Gelenkschwellungen
  • Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle
  • Dunkler Urin (mögliches Zeichen für Babesiose)
  • Blasse Schleimhäute

Bei einem oder mehreren dieser Symptome sollte sofort ein Tierarzt aufgesucht werden. Erwähne dabei immer, dass der Hund von einer Zecke gebissen wurde und wann.


Effektiver Zeckenschutz – so beugst du vor

Die beste Behandlung ist die Vorbeugung. Es gibt verschiedene Methoden, um Hunde vor Zecken zu schützen:

Spot-on-Präparate: Werden in den Nacken aufgetragen und geben Wirkstoffe über die Haut ab, die Zecken abwehren oder abtöten. Wirkungsdauer je nach Produkt 4–12 Wochen.

Zeckenhalsbänder: Geben kontinuierlich Wirkstoffe ab und bieten Langzeitschutz über mehrere Monate.

Zeckentabletten: Orale Mittel, die Zecken nach dem Biss abtöten, bevor sie Krankheiten übertragen können. Sehr zuverlässig und einfach in der Anwendung.

Zeckensprays: Können ergänzend vor dem Spaziergang eingesetzt werden, sind aber weniger lang anhaltend.

Impfung gegen FSME: Für Hunde in stark betroffenen Risikogebieten kann eine FSME-Impfung sinnvoll sein – Rücksprache mit dem Tierarzt empfohlen.

Kein Mittel bietet hundertprozentigen Schutz. Die regelmäßige Kontrolle des Hundes nach jedem Ausflug bleibt daher unverzichtbar.


Zecken beim Menschen – kurze Erinnerung

Auch Hundehalter selbst sollten sich nach Spaziergängen im Grünen nach Zecken absuchen. Zecken können vom Hund auf den Menschen übergehen oder direkt aus der Umgebung auf Menschen gelangen. Besonders gefährdete Stellen beim Menschen sind Kniekehlen, Leisten, Achselhöhlen, Haaransatz und Bauchnabel.


Fazit

Zecken sind ein ernstzunehmendes Thema für jeden Hundehalter – aber mit dem richtigen Wissen und Werkzeug lassen sie sich sicher und schnell entfernen. Regelmäßige Kontrolle nach Spaziergängen, geeignete Schutzmittel und ein aufmerksames Auge auf Krankheitssymptome sind die besten Waffen gegen die kleinen Parasiten. Im Zweifel gilt: lieber einmal zu viel beim Tierarzt nachfragen als eine Zeckenerkrankung übersehen.


Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Beratung.

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